5 Dinge, die wir von unseren coolen Großeltern lernen können

Es gibt alte Menschen, die wirken zeitlos jung und scheinen mitten im Leben zu stehen. Was machen sie anders? 5 Dinge, die wir von Menschen lernen können, die gut altern.

„Wie bekomme ich mein neues Buch auf mein iPhone geladen?“ „Wie hieß noch der Podcast, den du immer hörst?“ „Kannst du mir mal Netflix installieren?“ Solche Fragen sind bei den neuen Alten jenseits der 80 keine Seltenheit mehr. Immer mehr rüstige Rentner hören ihren Enkeln genau zu und sind dankbar, wenn sie einen Crashkurs in „moderner“ Technik bekommen. Sie möchten mitreden, egal ob über Greta oder Graffiti – und offenbaren damit eins: die Neugier auf Neues.

Laut Statistischem Bundesamt wird bis 2030 die Zahl der Menschen, die 80 Jahre und älter werden, weiter steigen. Die Angst vor dem Altsein beunruhigt vor allem die Jüngeren. Viele fürchten sich davor, körperlich und geistig abzubauen. Was unterscheidet also fitte Alte von jenen Menschen, die über das Alter stöhnen? Eine kleine Checkliste.

1. Alter ist auch Einstellungssache

Wie definiert man überhaupt ‚Alter’ und ab wann ist jemand ‚alt’? Unsere innere Entwicklung verläuft häufig konträr zur äußeren: Viele Ältere fühlen sich heute viel zu jung, um alt zu sein. Wenn die Gesundheit mitspielt, gehen sie auf Weltreise, erzielen im Sport beachtliche Erfolge oder sind bis ins hohe Alter berufstätig. Offenheit und Neugier sind offensichtlich wichtige Bausteine: Warum nicht noch einmal mit einem Tanzkurs anfangen oder eine neue Sprache lernen? Am Ball zu bleiben und sich ruhig noch ein bisschen aus der Komfortzone herauszubewegen, ist ein guter Beschleuniger für Körper und Geist.

„Man braucht lange, um jung zu werden.“
Pablo Picasso mit 80 Jahren

2. Kontaktfreudig bleiben

In vielen Kulturen werden alte Menschen besonders respektiert und geehrt. In Japan etwa wird der „Tag der Ehrung der Alten“ als jährlicher Feiertag zelebriert. Höchste Zeit also, dass ältere Menschen auch hierzulande mehr Wertschätzung und soziales Miteinander erfahren. Denn soziale Kontakte, das haben zahlreiche Studien ergeben, helfen dabei, jung zu bleiben. Also bloß nicht zu Hause alleine herumsitzen, sondern raus ins Leben: Freunde oder Familienangehörige treffen, im Sportverein aktiv werden oder auch Internetplattformen nutzen wie ‚MeetUp’ oder das Nachbarschaftsnetzwerk ‚Nebenan.de’  – dank neuer Medien können sich Menschen heute besser denn je vernetzen.

3. Aus der Reihe tanzen

Die Gesellschaft schreibt jedem Alter bestimmte Erwartungen und Befürchtungen zu. Doch wer sagt, dass wir die Erwartungen erfüllen und uns vermeintlich „altersgerecht“ verhalten müssen? Das Feuer darf nicht ausgehen! Lebenshungrige ältere Menschen leben nicht angepasst, sondern ganz nach ihrer Fasson. Sie haben Träume und Flausen im Kopf. Wer sagt denn, dass Motorrad fahren mit über 60 nicht mehr geht? Und warum mit 80 nicht mehr arbeiten, wenn’s doch noch so viel Spaß macht?

4. Den Mut haben, Neues zu wagen

Wer bereit ist, sich  auf neue Lebensphasen einzulassen, sieht in ihnen auch die  Chance für einen Neuanfang.  Wenn wir die Begeisterungsfähigkeit und das Staunen im Alter nicht verlieren, bleibt das Leben ein fortwährendes Abenteuer. Es ist nie zu spät, neue Hobbys anzufangen oder eine neue Sprache zu lernen. So hat auch die 105-jährige Britin Eileen Ash in ihren Achtzigern Yoga für sich entdeckt und turnt im Garten den herabschauenden Hund, als sei es nichts. Das Alter spielt nicht die Hauptrolle – die Einstellung ist das A und O.  Stillstand? Was ist das? Bleibt wach und munter und… leidenschaftlich. Und ein bisschen Disziplin kann auch nicht schaden.

„Zwei Dinge halten mich jung: Leidenschaft und Disziplin.“
Herlinde Koelbl (79), Fotografin und Dokumentarfilmerin


5. Das Glück in den kleinen Dingen erkennen

Das Alter hat viele Gesichter. Schmerzliche Verluste gehören zweifellos dazu. Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Es gibt auch einen ganz großen Zugewinn! Und zwar eine neue innere Freiheit, die sich aus der Lebenserfahrung speist. Eine Freiheit, die Mut macht und zugleich Dankbarkeit lehrt: auch und vor allem für die kleinen Dinge des Lebens. Denn das Glück liegt oft im Kleinen verborgen – eine wertvolle Erkenntnis, die das Alter mit sich bringt. Zudem sind Menschen, die mühelos altern, daran interessiert, von den Jungen zu lernen. Statt sich bequem hinter Vorurteilen zu verschanzen, sind sie tolerant und bleiben flexibel im Geist. Junggebliebene Alte betrachten das Leben als Geschenk. Bis zum Schluss.

Foto: Beatrix Boros / Stocksy