ASMR: je monotoner, desto entspannender - DAK-Gesundheit

ASMR: je monotoner, desto entspannender

Gut ausgeschlafen zu sein ist für manche das höchste der Gefühle. Doch das hohe Tempo im Alltag, Dauerstress und zu wenige bewusste Ruhephasen überreizen die Sinne und sorgen dafür, dass zunehmend auch immer jüngere Menschen rastlos sind und schwer in den Schlaf finden.

Für diese wachsende Gemeinde gibt es einen Trend im Netz: Einschlafen mittels natürlicher Geräusche. Unter dem Stichwort ASMR sind bereits Millionen Videos zu finden. Die Abkürzung ASMR steht für Autonomous Sensory Meridian Response, also autonome, sensorische Meridianantwort.

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Schon mal ASMR Profis zugehört?

Im Internet finden sich unzählige YouTuber, die mit weichem, warmem Flüsterton beruhigend auf einen einreden. Sie hauchen in hochempfindliche Mikrophone, welche selbst leisestes Atmen oder die Geräusche minimaler Finger- und Lippenbewegungen übertragen. Egal, ob wir uns lieber von einer weiblichen oder männlichen Stimme ins Schlummerland befördern lassen: Gemeinsam ist allen, dass die Ansprache intim und vertraut wirkt. Und offensichtlich ist diese Atmosphäre genau das Geheimnis, warum wir so gut entspannen können.

ASMR: Leiser Trommelwirbel

Manchmal zeigen die Videos auch Fingernägel, die auf Plastikdeckeln herumtrommeln oder Fingerkuppen, die sanft über die Borsten einer Bürste streicheln. Wer die Augen schließt, nimmt darin vielleicht Regentropfen an einer Fensterscheibe wahr. Andere ASMR-Coaches simulieren auch einen Friseurbesuch mitsamt einer Kopfmassage, während sie leise vor sich hinsprechen. Verstehen muss man die Worte nicht: Es geht nicht um Inhalte, sondern nur um die Wirkung. Und die muss möglichst inhaltsarm, monoton und repetitiv sein.

Wohliges Kribbeln am ganzen Körper

Menschen, die für diese Art von sanften Geräuschen empfänglich sind, beschreiben das dadurch ausgelöste Gefühl als eine Art wohliges Kribbeln, das sich von der Kopfhaut über Nacken und Wirbelsäule ausbreitet und zu einem tiefen Entspannungszustand führt. Nach diesem sehnen sich offensichtlich immer mehr Menschen: In Zeiten, die durch Hektik und Dauerstress geprägt sind, nehmen Schlafstörungen zu und Körperkontakte ab. Insbesondere der Mangel an Berührungen führt dazu, dass wir für das Gefühl empfänglich werden, uns durch akustische, visuelle und taktile Sinnesreize berühren und beruhigen zu lassen. Selbst dann, wenn sie uns nur als Video auf dem Display vorgespielt werden. Ein interessantes Phänomen: Sogar bei Panikattacken tritt manchmal eine entspannende Wirkung auf.

Neben den einschmeichelnden Stimmen sind vor allem die leisen Geräusche wichtig für den Effekt: Denn erst das Zusammenspiel von Klängen und visuellen Reizen lässt winzig kleine, angenehme Kribbeln im Körper entstehen. Einfach mal ausprobieren!


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Foto: Stocksy/T-Rex & Flower