Glücksformel: warum Lachen gesund und glücklich macht - DAK-Gesundheit

Glücksformel: warum Lachen gesund und glücklich macht

Lachen hat wunderbares Potential. Ein Lachflash lässt Gesichtszüge entgleisen und den Körper in wilden Zuckungen kontrahieren. Wenn wir uns vor Lachen biegen, setzen wir etwa 135 Muskeln in Bewegung:

  • 6 Muskeln an jeder Augenseite
  • 7 Muskeln am unteren Rand des Mundes
  • Unzählige kleine Muskeln in Hals und Stimmbändern
  • 24 Muskeln rechts und links am Rippenbogen

Wissenschaftler wie der amerikanische Lachforscher William Frey haben errechnet, dass 20 Sekunden Lachen einem Kalorienverbrauch von drei Minuten Joggen entsprechen. Manchem droht nach zwei Minuten Lachen sogar ein Muskelkater. Lachen ist für den Körper also ganz schön harte Arbeit. Der sich Kinder sehr viel häufiger stellen als Erwachsene:

„Kinder lachen durchschnittlich 400-mal am Tag, Erwachsene 15-mal.“

 

Wir gehen zum Lachen in den Keller

Im internationalen Vergleich scheinen wir Deutschen allerdings lieber auf das Lachen zu verzichten. Laut World Happiness Report 2018 schaffen wir es gerade mal auf Platz 15 der glücklichsten Länder, weit hinter unseren Nachbarn Norwegen, Dänemark oder der Schweiz.

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Na und? Warum sollen wir lachen, wenn es nichts zu lachen gibt? Die aktuellen Aussichten empfinden viele Menschen als düster, darf sich da die Laune nicht der Lage anpassen?

 

Lachen ist Prävention

Nein, das darf sie nicht! Denn positive Gefühlsausbrüche sind aus gesundheitlicher Sicht überaus lohnenswert. Seit rund 20 Jahren arbeiten Wissenschaftler intensiv daran, die Auswirkungen des Lachens auf Körper und Psyche zu erforschen. Gelotologie heißt dieser noch recht junge Forschungszweig. Und was wurde bisher herausgefunden? Zum Beispiel, dass glückliche Menschen eine bessere Immunabwehr haben. Beim Lachen wird viermal mehr Sauerstoff durch den Körper gepumpt, die Bronchien werden durchlüftet, Herz und Kreislauf angeregt. Der Puls beschleunigt sich ähnlich wie beim Ausdauersport, das Gehirn wird mit ordentlich viel Sauerstoff versorgt.

Lachen wird von Forschern der University of Maryland sogar als Präventionsmaßnahme gegen einen Herzinfarkt gehandelt. Inzwischen weiß man, dass für die positiven Effekte allerdings nicht das Lachen selbst verantwortlich ist, sondern ein entspannter Umgang mit Stress. Wer viel lacht, ist entspannter und nimmt sich im wahrsten Sinne des Wortes Dinge nicht so zu Herzen. Das verringert die Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Dauerstress dagegen greift die Schutzschicht in den Blutgefäßen an. Das führt zu Entzündungsreaktionen in den Gefäßen und schlimmstenfalls zu einem Herzinfarkt.

 

Beim Lachen sind wir high

Ein sonniges Gemüt kann diese Gefahr offensichtlich drastisch reduzieren. Und auch Kranken hilft es, möglichst viel zu lachen. Untersuchungen aus den USA lassen den Rückschluss zu, dass Lachen entzündungshemmend wirkt. Es aktiviert offensichtlich körpereigene Mechanismen wie die Bildung von T-Lymphozyten sowie Gamma-Interferon, das eine Vermehrung der Tumorzellen reduzieren kann. Außerdem werden Endorphine ausgeschüttet, unsere körpereignen Glücksbotenstoffe. Das geht manchmal so weit, dass Patienten weniger Tabletten in der Schmerztherapie benötigen und sie schneller genesen als Menschen, die weniger lachen. Lachen versetzt uns also in einen fast rauschhaften Zustand.

Außerdem werden beim Lachen die Stresshormone Adrenalin und Cortisol abgebaut, was das Lachen zum perfekten Antistressmittel macht. Und auch in der Krankheitsprävention ist das Lachen mittlerweile angekommen. Es gibt Kurse in Lachyoga, Lachseminare, Lachschulen und Humortherapeuten, denen ein großes Potential auch in der Behandlung von Depressionen attestiert wird.

 

Lachen kann man lernen

Aber funktioniert es auch umgekehrt? Reicht es zu lachen, um automatisch gute Laune zu bekommen und weniger gestresst zu sein? Forscher sagen: Das funktioniert. Denn: Die Mimik hat direkte Auswirkungen auf das Gefühlszentrum, das uns als Reaktion auf unser Lächeln mit guten Gefühlen versorgt. So können wir auf einfache, aber hocheffektive Art aus eigener Kraft zu unserem Glück beitragen. Und auch, wenn es sich vielleicht komisch anfühlt: Morgens ruhig einmal ganz bewusst das Spiegelbild anlächeln. Und das gute Gefühl genießen.

 

Lachen ist sexy und es verbindet

Neben den gesundheitlichen Benefits spricht aber noch viel mehr dafür, so viel wie möglich zu lachen. Humorvollen Menschen fliegen nämlich die Herzen zu. In der regelmäßig von einer Online-Partneragentur veröffentlichten Skala der attraktivsten Eigenschaften von potentiellen Partnern rangiert Humor auf den obersten Plätzen – weit vor einer knackigen Figur, der prall gefüllten Brieftasche oder einem akademischen Titel.

Vielleicht spüren wir intuitiv, dass wir durch positive Menschen selbst eine bessere Laune bekommen. Denn: Lachen steckt an. In unserem Körper gibt es „Mitlachhormone“, die dafür sorgen, dass wir ebenfalls in Lachen ausbrechen, wenn sich jemand neben uns vor Lachen den Bauch hält. Guter Nebeneffekt: Lachen verbindet. Es überwindet Grenzen, setzt sich über Milieus und andere Hürden hinweg und es ist ihm vollkommen gleichgültig, ob wir uns mit unserem Gegenüber in einer Sprache verständigen können oder nicht. Lachen wird auch ohne Worte verstanden – überall. Ein kräftiger Lacher hat das Potential, angespannte Situationen zwischen Menschen aufzulösen. Ja, kein Scherz, es könnte wirklich so einfach sein. Also steckt euch möglichst alle an! Für ein fröhliches, entspanntes Miteinander!

 

Foto: David Calderon/Unsplash