Opa als Azubi-Coach: Erfolgversprechender Generationsaustausch - DAK-Gesundheit

Opa als Azubi-Coach: Erfolgversprechender Generationsaustausch

Lange Arbeitstage, ein rauer Ton unter den Kollegen, Schwierigkeiten beim Umgang mit Werkzeugen und Maschinen – es gibt viele Gründe, warum für Jugendliche der Start ins Berufsleben nicht immer ganz einfach ist. Immerhin 25 Prozent der Ausbildungsverträge werden hierzulande vorzeitig aufgehoben, weil die Auszubildenden nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

Kompetente Hilfe kommt von Menschen, die sich eigentlich schon entspannt zurücklehnen könnten: den Mitgliedern des Senior Experten Service (SES). Der SES hat die Initiative VerA gegründet, in der Fach- und Führungskräfte im Ruhestand Azubis unterstützen. Das Besondere an VerA: Jeder Auszubildende wird in einem sogenannten Tandemmodell betreut – erhält so also seinen ganz persönlichen Coach. Weder die Berufsschule noch der Betrieb müssen von dieser Betreuung erfahren, können aber auf Wunsch des Azubis natürlich miteinbezogen werden. Das Coaching durch den Senior-Experten läuft zunächst über zwölf Monate, kann aber bis zum Abschluss der Lehre verlängert werden. Die Ziele der Ausbildungsbegleitung legen die Senior-Experten und Jugendlichen gemeinsam fest. Wichtig: SES-Experten helfen auch dann, wenn das Ausbildungsverhältnis vorzeitig beendet oder der Ausbildungsbetrieb gewechselt werden soll. Im Tandem geht die Suche nach einem geeigneten neuen Ausbildungsplatz leichter von der Hand.

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Vorbild, Streitschlichter und Mentor

Ein ganzes Berufsleben liegt hinter den freiwilligen Mitarbeitern der Senioreninitiative. Sie haben ihren Job von der Pike auf gelernt, viele Jahre in Führungspositionen oder gar als selbstständige Unternehmer gearbeitet. Sie engagieren sich, weil sie ihr Fachwissen und ihre Lebenserfahrungen an junge Kollegen weitergeben möchten.

In der SES-Datenbank gibt es inzwischen circa 2.500 Ausbildungsbegleiter. Durch die Eins-zu-eins-Betreuung können die Mentoren mehr bewirken, als es ein Berufsschullehrer oder Ausbilder im normalen Alltag leisten kann. Während der Betreuungsphase beantworten die Mentoren fachliche Fragen, fördern soziale Kompetenzen, beraten die Jugendlichen bei Konflikten im Ausbildungsbetrieb und unterstützen sie in den Phasen vor und während der Prüfungen. Doch nicht nur die Jugendlichen profitieren von diesem Angebot: Die ältere Generation freut sich über den Austausch mit den jungen Menschen und erlebt ein Gefühl des Gebrauchtwerdens.

Übrigens: Die Suche nach einem persönlichen Ausbildungsbegleiter ist denkbar einfach: Meldet euch in einem der 14 Regionalbüros oder füllt im Internet einen Bewerbungsbogen aus. Auch Lehrer, Ausbildungsbetriebe, Freunde oder Eltern können auf diesen Wegen für einen Azubi mit Schwierigkeiten nach einem Seniorenexperten fragen.

Foto: plainpicture/Cultura