Berührungen machen glücklich - DAK-Gesundheit

Berührungen machen glücklich

Berührungen halten gesund, machen glücklich und können Schmerzen lindern. Auch im Alter. Ein Plädoyer für mehr Körperkontakt.

Südeuropäer haben es gut. Asiaten auch. Denn sie berühren sich ohne Scheu, nehmen sich in den Arm, halten sich an den Händen oder küssen sich ganz selbstverständlich auf die Wange. Es gibt Kulturen, in denen Berührungen zum natürlichen Bild gehören – als Zeichen von Verbundenheit und Freundschaft.

Und bei uns? Hand aufs Herz – oder besser auf die Haut: Wie oft nehmen wir Verwandte, Freunde und Menschen, die uns nah stehen, in den Arm? Selten? Nie? Dabei wissen wir doch, wie wichtig die Schulter zum Anlehnen, das tröstende Streicheln, das Halten ist, wenn es uns schlecht geht: Berührungen sind lebenswichtig. Sie setzen Gefühle wie Geborgenheit, Angenommensein, Freude und Bestätigung frei.

 

Berührungen machen glücklich - DAK-Gesundheit

 

Wissenschaftler warnen schon länger vor einer zunehmend Abstand wahrenden Gesellschaft, in der das Grundbedürfnis nach Berührung irgendwann ganz verloren geht. Und sie bedauern, dass die Haut kein Organ ist, das einen Berührungsmangel meldet. Den übrigens Friseurbesuche und Wellnessmassagen alle paar Wochen nicht ausgleichen können. Berührungsmangel macht sogar auf Dauer krank.

  • Unser Stress-System hat Gegenspieler: die „Wohlfühl“-Hormone Oxytocin und Prolaktin. Bei Berührungen werden diese freigesetzt – und der Stress heruntergefahren. Darum lieben wir Streicheleinheiten.
  • Berührungen haben eine Auswirkung auf unsere Gehirnleistung: Hautkontakte stimulieren den sogenannten somatosensorischen Cortex. Das ist die hochsensible Region im Gehirn, in der Berührungsreize verarbeitet werden. Versuchspersonen, die am Unterarm berührt wurden, zeigten eine deutlich gesteigerte Hirnaktivität gegenüber einer Kontrollgruppe.
  • Berührungen sind anerkanntes Therapiehilfsmittel: Bei Depression lindern sie das Gefühl der Einsamkeit, bei Krebspatienten die Schmerzen.

Genug gute Gründe also, uns Zeit zu nehmen für mehr intensive (Haut-)Kontakte. Oma lange nicht besucht? Dann aber los jetzt. Und sie liebevoll ganz fest in die Arme schließen.

 

Foto: plainpicture/Erickson